Thema Des Monats

Eine gute Ergänzung für unsere Flotte

MarConsult expandiert. Die Flotte der Hamburger Reederei wächst um sieben Schiffe. Geschäftsführer und Gesellschafter Mad Dabelstein erklärt im Interview, wie er die gebrauchten Schiffe wieder fit macht, weshalb sie gut zu seiner Flotte passen und warum er optimistisch ist, die zusätzlichen Schiffe dauerhaft und lukrativ auslasten zu können.

Frage: Herr Dabelstein, neulich standen wir an Bord der BERTA. Inzwischen haben Sie das Container-Feeder-Schiff erworben. Warum?

Mad Dabelstein: Weil diese handliche, in kleinen Häfen einsetzbare Schiffsgröße aufgrund des geringen Angebotes und der damit verbundenen Nachfrage lukrative Charterraten einfährt und sich aus unserer Sicht der Bedarf an flexibler, weil mit eigenem Ladegeschirr versehener Tonnage aufgrund mangelnder Neubauaktivität verfestigt.

Frage: Sie haben noch sechs weitere Schiffe übernommen. Wie passen diese in Ihre Flotte und was sollen sie für MarConsult leisten?

Mad Dabelstein: Bei den anderen sechs Schiffen handelt es sich um zwei Schwesterschiffe der BERTA sowie um vier handliche Vielzweckfrachter von etwa 10.500 Ladetonnen mit vollen Zwischendecks und eigenem Ladegeschirr, die in weltweiter Stückgut- und Projektladungs-Fahrt zum Einsatz kommen. Alle Schiffe konnten wir zwischenzeitlich langfristig zu auskömmlichen, über unserer ursprünglichen Kalkulation liegenden Charterraten beschäftigen. Die momentanen Beschäftigungen laufen bis zu zwei Jahre und geben uns damit die Chance, anschließend in einem dann weiter verbesserten Markt, lukrative Chartern schließen zu können. In jedem Fall sind die erworbenen Schiffe eine gute Ergänzung zu unserer vorhandenen Flotte, mit der wir die Anforderungen der mit uns kooperierenden Charterer nochmals besser erfüllen können.

Frage: In welchem Zustand waren die Schiffe. Was haben sie repariert, investiert oder verändert?

Mad Dabelstein: Die Schiffe waren allesamt in einem teilweise beklagenswerten Zustand. Vier der insgesamt sieben Schiffe haben wir im Wege einer Zwangsversteigerung erworben. Bei allen Schiffen waren neben kosmetischem Aufwand, wie umfangreiche Farbarbeiten, auch umfassende technische überholungen erforderlich. Wir haben überdies die anstehenden Klasseläufe erneuert und dort wo es möglich war, durch spezielle Unterwasserfarbanstriche die Dockungsintervalle von herkömlichen 2,5 Jahren auf 5 Jahre verlängern können. Diese Maßnahme erspart uns eine Zwischendockung, damit einen zeitlichen Ausfall bei gleichzeitiger Kostenreduzierung.

Frage: Können Sie für eine kontinuierliche und profitable Auslastung der Schiffe sorgen?

Mad Dabelstein: Wie bereits oben erwähnt, konnten wir mit den jetzt abgeschlossenen Charterverträgen Beschäftigungen für erstklassige, direkt mit uns verbundenen Charterern schließen, die über unserer ursprünglichen Kalkulation liegen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir im Anschluss entsprechende Charterverträge werden abschließen können.

Frage: Wird MarConsult die nun erheblich größere Flotte mit der bisherigen Mannschaft managen können?

Mad Dabelstein: Aufgrund der Tatsache, dass wir auch während der Krise an unseren Mitarbeitern festgehalten haben, können wir nun mit einem nur marginal erweiterten Mitarbeiterstamm, die neuen mit dem Flottenzuwachs verbundenen Anforderungen erfüllen.

Frage: Was halten Ihre Investoren von der kräftigen Erweiterung der Flotte?

Mad Dabelstein: Diese freuen sich mit uns, da wir mit der Flottenerweiterung ein positives Zeichen gesetzt haben und hoffen, hiermit gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können.

Frage: Ihre Branche steckt noch immer in der Krise. Doch Sie stocken Kapazitäten auf. Ist das nicht ein großes Risiko?

Mad Dabelstein: Als Unternehmer muss man bereit sein, Risiken einzugehen. Natürlich besteht das Risiko einer Fehleinschätzung auch hier, insbesondere nachdem wir uns mittlerweile im sechsten Krisenjahr, der sicherlich schwersten Schiffahrtskrise, befinden. Einer Krise die niemand mit diesem Ausmaß und der anhaltenden Dauer vorher gesagt hatte.
Allerdings fühlen wir uns in dem Größensegment der von uns betreuten Tonnage sehr wohl, da hier ein negatives Wachstum zu verzeichnen ist. Das heißt, alte Tonnage wird verschrottet, neue Tonnage kommt nur zu sehr geringen Stückzahlen in den Markt. Die große Aktivität bei Neubaubestellungen deutlich größerer Schiffe erhöht überdies den Bedarf an kleinerer, handlicher und damit in längen- und tiefgangsbeschränkten Häfen zum Einsatz kommender Tonnage. Hier sehen wir unsere Chance.

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft? Welche Indizien gibt es für ein Ende der Krise in Ihrer Branche?

Mad Dabelstein: Wie unser Flottenausbauprogramm belegt, sehen wir unverändert positiv in die Zukunft. Aufgrund der gemachten Erfahrungen, können wir, aber keine verlässlichen Angaben über das Ende der Krise insgesamt machen.
In dem Segment und der Größenordnung der von uns eingesetzten und betreuten Tonnage, sehen wir schon jetzt positive Anzeichen, die auf ein bevorstehendes Ende der Krise hindeuten.

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Die Fragen stellte Andreas Nölting
www.noeltingmedia.com

 

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